homophobie in litauen

Die öffentliche Einstellung und die Medien drängen Lesben, Schwule und Bisexuelle immer och an den Rand in Litauen. Die internationale Untersuchung von Menschenwerten ergab, dass Litauen 1991 den niedrigsten Index an Akzeptanz von Homosexualität hatte. 2000 stieg er von 1,4 auf 1,9 (in einer Skala von 10 Punkten), ist jedoch immer noch einer der niedrigsten neben Lettland und Rumänien. Zeh Jahre später wünschen 87 Prozent der Befragten, nicht in der Nähe Homosexueller zu leben. Diese irrationale Angst wird immer noch von 68 Prozent der Litauer wiedergegeben.

Außerdem erleben Lesben, Schwule und Bisexuelle Probleme in der Familie. Eine Untersuchung im Jahre 2002 fand heraus, dass 47 Prozent der heterosexuellen Befragten würden versuchen, die Sexualität ihrer lesbischen Tochter oder schwulen Sohnes zu ändern. Nur 28 Prozent würden ihre homosexuellen Kinder akzeptieren.

Eine neue nationale Meinungsumfrage über Menschenrechte legt offen, dass die absolute Mehrheit der Befragten glaubt, dass die Menschrechte in Litauen sehr missachtet werden. Nur 13 von 1079 Befragten erachten, dass die Rechte sexueller Minderheiten besser geschützt werden sollten. Dabei ist in Litauen jeder dritte oder vierte der homosexuellen Befragte (27 Prozent) Opfer von mindestens einem Gewaltangriff aufgrund der sexuellen Orientierung gewesen. Von 82 Prozent, die sagten, dass sie belästigt wurden, gab eine bedeutende Anzahl von drei Dritteln (58 Prozent) an, dass sie drei- oder mehrmals Belästigung erfahren haben. 

Diskriminierende Behandlung am Arbeitsplatz, verschiedenen Sphären der Dienstleistung, religiösen Institutionen und sogar in der Familie führen dazu, dass 63 Prozent der Befragten Emigration als die Hauptmöglichkeit ansehen, um ihr Leben als Lesbe, Schwuler oder Bisexueller zu verbessern. Allein dieses Ergebnis zeigt die Bandbreite von negativen Auswirkungen von Diskriminierung. Es ist wahrscheinlich, dass Lesben, Schwule und Bisexuelle in Litauen so viel Diskriminierung in Familie und bei Freunden erleben, dass sie davor fliehen wollen.

Quelle: Sexual Orientation Discrimination in Lithuania, Latvia and Estonia, 2002, herausgegeben von der Lithuanian Gay League