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Eine unnötige Frage

Ich werde immer furchtbar wütend, wenn Leute nach dem Geschlecht anderer Personen fragen. Einschließlich dann, wenn sie nach meinem fragen. Einmal war ich auf einer Oberstufenschule und habe über lsbt Fragen informiert. Also da war ein kleiner Junge, der zu mir kam, er ging in die zweite Klasse oder so, und mich mehrmals fragte: „Bist du ein Junge oder ein Mädchen?“

Ein anderes Mal war ich auf der Europakonferenz mit RFSL Ungdom und musste noch mal in die Stadt, um ein paar Teilnehmer zu holen – da hörte ich einen alten Mann seine Platznachbarin fragen „Bestimmt ist das ein Junge, oder?“

„Nein, das ist ein Mädchen,“ antwortete die Person, ich nehm mal an, dass sie die Mutter des kleinen Kindes nebenan war. „Also ich war ja total sicher, dass das ein Junge ist,“ sagte daraufhin der Mann. Da wurde ich so wütend und fragte meine Freundin Caroline total genervt: „Warum muss man immerzu nach dem Geschlecht einer Person fragen? Kann man die Leute nicht einfach Sein lassen, warum ist es so verdammt wichtig, das zu wissen?“ Dann begann etwas neben uns sich zu bewegen und es kam heraus, dass das was ich für ein Baby hielt, eigentlich ein Hund war. Diesmal kam mein alltäglicher Non-stop-Aktivismus zum Erliegen.

Oder auf derselben Schulinformationsveranstaltung, auf der ich befragt wurde, inwiefern ich Junge oder Mädchen sei, gab es ebenfalls einen Schüler, der mich fragte, ob ich biologisch gesehen Junge oder Mädchen sei. Was für einen großen Unterschied so ein kleines Wort macht. Da kann man einfach nichts anderes als glücklich drüber sein! Obwohl das eigentlich keine Rolle spielen sollte, ist es aber klar, dass es ihnen erlaubt sein muss nachzufragen, wenn ich sage, ich sei transsexuell, mich aber nicht darauf festlege, ob ich FTM* oder MTF** bin. Also sind das sehr politisch korrekte Schüler.

Obwohl es Leute gibt, die immer noch fast die ganze Zeit überlegen, was für ein Geschlecht ich habe, sei es in der Straßenbahn oder am Skihang, so werde ich versuchen, mich zu beruhigen und das Ganze als etwas Positives und nicht Negatives zu sehen. Denn es ist besser, dass die Leute fragen und neugierig sind, als dass sie etwas als Gegeben ansehen und dann das falsche Pronomen benutzen. Das mache ich, um nicht ein aggressiver Trans zu sein, denn das war ich bisher noch nicht. Aber weil wir von unseren Etiketten wegkommen müssen, muss es möglich sein, diese in Frage zu stellen.

Jazz Manteanu, 19, ist AktivistIn in der schwedischen Organisation RFSL Ungdom und lebt in Partnerschaften mit Mädchen

* Female to Male

** Male to Female

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