Litauen
2006 unternahm das Markt- und Meinungsforschungszentrum Vilmorus Ltd. eine Untersuchung zur Einstellung der Litauer gegenüber Homosexuellen. Heraus kam unter anderem, dass 46,6% der litauischen Bevölkerung der Aussage „Homosexuelle sollten medizinisch behandelt werden“ zustimmten. 61,5% gaben an, dass sie „nicht Mitglied einer Organisation sein wollten, die homosexuelle Mitglieder akzeptiert.“
Diese Ergebnisse, zusammen mit der 2003er Veröffentlichung Sexual Orientation Discrimination in Lithuania, Latvia and Estonia, gaben den Anstoß für die kürzlich veröffentlichte Broschüre Not private enough? zum Thema Homophobie in den litauischen Medien. Oft wird Homosexualität nur akzeptiert, solange sie privat bleibt – gut verborgen hinter verschlossenen Türen.
Auch im Mai 2007, als die Rainbow Days als erste öffentliche lsbt Veranstaltung geplant waren, wurden diese von Vilnius’ Bürgermeister verboten. Wie diese Ereignisse in den litauischen Medien dargestellt wurden, spielt in der Broschüre eine große Rolle, aber auch andere Berichterstattungen in Radio, Fernsehen und Printmedien zwischen dem 13. Februar 2006 und 29. Mai 2007 werden analysiert.
Not private enough?
als Download

Logo der Rainbow Days 2007 in Vilnius
Schweden/Polen
Zum 1. Juli 2007 konnte endlich im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes zwischen SFG, der schwedischen lsbt Studentenvereinigung, und KPH, Kampania przeciw Homofobii, ein lang geplanter Austausch realisiert werden. Letztes Jahr wurde das Projekt von der polnischen Nationalagentur des JUGEND-Programmes der EU mit der Begründung abgelehnt, dass man keine Aktionen unterstütze, die „homosexuelles Verhalten propagieren“ und dass es nicht die Rolle des Ministeriums sei, die Kooperation homosexueller Organisationen zu unterstützen.
Nach einem langen Prozess konnte die Europäische Kommission die polnische Entscheidung überarbeiten und gab dem Projekt Rückenwind. „Wir sind sehr glücklich, dass die Kommission ihren Standpunkt in dieser Angelegenheit eingenommen hat und wir das Projekt endlich anfangen können,“ sagt Linda Elstad, Vorsitzende von SFG.
Durch die neuen Richtlinien des JUGND-Programmes Jugend in Aktion reicht es seit dem 1. Januar 2007 bei einem Austausch im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes, wenn die Nationalagentur des Aufnahmelandes den Austausch befürwortet. Bis Ende letzten Jahres mussten Entsende- und Aufnahmeland dem Projekt zustimmen.

Linda Elstad, Vorsitzende der schwedischen SFG